Tagebuch 2006
Eine Nachlese der Ausbildung – vom Mai bis September
Für die Vertrauensbasis: Begegnungen, Kontakte und Spiele
Oftmals unvorhersehbare, simpel anmutende und doch zugleich vielfältige Begegnungen und intensive Kontakte, alle exakt auf den einzelnen Hund und seine bisherige Lebenserfahrung abgestimmt, führten uns gemeinsam zu wichtigen Erkenntnissen.
Ebenso erläuterten wir die interessanten Spielabläufe bei unterschiedlichster Besetzung mit unseren Vierbeinern sowie angepasster Menschenbeteiligung. Dabei variabel einfließende Ruhepausen für einzelne Tiere im Umgang mit „bekannten Fremdpersonen“ bezeugen die für uns unverzichtbare Vertrauensbasis der Hunde zum Menschen.
Das Fahrrad, Hundewettrennen und Lernausflüge
Kaum vorstellbar, dass über 5 Stunden erforderlich sind, um eine Vielzahl der bedeutsamen Detail- und Grundsatzfragen zum Thema :
„Fahrrad + Mensch + Hund = gemeinsam unterwegs“
innerhalb unserer Anleitungen anzusprechen und miteinander möglichst optimal zu lösen. Sportlich erforderten auch rollergebremste Wettrennen mit Hund und zäunlich und territorial entzweite Teams im Wettstreit miteinander wieder mal eine ganz besondere Qualität der mentalen Problemlösungen.
Gleiches verlangten auch die Problemstellungen durch das Ausbilderteam bei Lernausflügen unserer Großgruppe in die „Grünberger City“ mit unterschiedlichen Aufgaben und ausführlichen Erläuterungen betreffs der Variantenauswahl unter erhöhtem Stress.
Selbst die Hundezeitungen richten sich anscheinend nach unserem Arbeitsplan und geben Anregungen zu einigen unserer Themen, manchmal auch leicht verspätet und etwas einseitig.
Gaststättentraining, Magendrehen, Impfung, Wurmkur und das Hochheben eines Hundes
Wettermäßig führte uns ein unfreundlich nasskalter August arbeitsplanmäßig organisiert in unser Vereinshaus: Gaststättentraining und Seminare über Wurmkur, Impfungen und Magendrehung. Für einige Hunde von Gästen und Mitgliedern noch recht ungewöhnliche Eindrücke und Informationen – aber auch für die schon jahrelang Involvierten tauchen immer wieder neue Aspekte auf, auf die diese Übungen und Seminare ja speziell ausgerichtet sind.
So befassten wir uns auch mit dem kontrollierten und somit sicheren Hochheben des Hundes.
Gehorsamsübungen für ein rudeltaugliches Verhalten
Die herrlichen Septembertage füllten unsere Ausbilder ebenso planmäßig mit den unabdingbaren Gehorsamsübungen für alle Vierbeiner, aufgelockert von leichten Agility-Einlagen nach Wunsch. Diese Übungen absolvieren alle natürlich auch außerhalb des Hundeplatzes, also im Wald und auf den benachbarten Feld- und Wiesenflächen sowie im Ortsbereich von Grünberg. Auch hierbei achten wir auf ein selbständig – rudeltaugliches Verhalten der Hunde und helfen auch ihren Menschen, diesen Grundsatz zu verinnerlichen und zu praktizieren.
Manfred Hardtke, Ausbilder im Oktober 2006
Vereinstag in Ottendorf-Okrilla
Im Hof der ehemaligen Kühn-Mühle in Ottendorf-Okrilla fand am 16. 09. der 2. Vereinstag der Gemeinde statt, an dem die ortsansässigen Vereine und Organisationen sich und ihre Arbeit und Ziele vorstellen konnten. Vor dem großen Festzelt zwischen Turn- und Sportverein und Gemeindestand hatten wir unseren Info-Pavillon und unsere mobilen Trainingsgeräte aufgebaut.
Kinder kamen zum Streicheln; viele berührten zum ersten Mal überhaupt einen Hund oder fragten: „Darf ich mal ein Stück allein mit dem Hund gehen?“ Das war nicht immer einfach. Da unsere Hunde sehr Frauchen /Herrchen bezogen sind, musste diese/r meist mitgehen, damit die Hunde nicht zum „Bollerwagen“ wurden.
Große Augen bei den Besuchern gab es, wenn ein riesiger Neufundländer in dem kleinen Kriechtunnel verschwand und auch noch am anderen Ende wieder herauskam ohne stecken zu bleiben.
Nach der fünfstündigen Präsentation waren die Hunde froh, als es an das Abbauen der Geräte und des Standes ging und sie wieder in ihre häusliche Umgebung zurück konnten. Ich denke, dass wir mit der Anwesenheit unserer Hunde für manche Kinder ein paar schöne und lehrreiche Stunden bieten konnten.
Steffen Opitz
Wandertag mit unseren Hunden (21.05.06)
Ilona Goehlert schildert ausführlich das Wandern durch die Dresdner Heide. ( = 56 kb)
4 Monate Ausbildung im Rückblick
Welpenspielstunden, Sozialisation und Körperkontakt auf Augenhöhe
Beiträge in Hundezeitungen bzw. im Fernsehen reizen förmlich zum Vergleich, wie die eigene Lebenserfahrung mit dem Thema koordiniert werden kann. Teilnehmer unserer Anleitungen sind dabei im Vorteil. Sie können regelmäßig das gemeinsam erarbeitete Wissen abwägend einem „Glaubenmüssen“ der Fernsehexpertenmeinung entgegenstellen. Lernprozesse finden schon vor der Geburt statt oder werden bereits entscheidend beeinflusst. Trotz Welpenspielstunden und vorbildlicher Sozialisation zeigen Hunde später ernsthafte Defizite, genau bei den eigentlich (prägend und spielend) gelernten Begegnungen. Wie wichtig sind doch Blick- und Körperkontakte für das Verhältnis von Hund zu Mensch. Hunde brauchen unser emotionales Vorbild und Anleitung bei einer ruhigen Reizauswahl und keine jauchzenden Spiel - und Futterkasper mehr – (jahrelang die Renner in der Hundeszene) - für ein stressfreies Hundeleben.
als Gruppe unterwegs mit Pausen
Hund und Mensch bewegen sich gemeinsam als ein Team – ohne Hundenase in der Kniekehle! Dabei bleibt es auch, wenn viele Teams gemeinsam im Wald oder auf freiem Feld unterwegs sind.
Rudeljagd und Beuteauswahl
Wie bewertet man, richtig oder falsch, den uns warnenden Hund, wenn er nahe seiner Futterschüssel die Zähne zeigt?
Wir lernen mit unseren, sich rudeltauglich verhaltenden Jagdhunden bei den gemeinsamen Wald- und Jagdseminaren - ohne megaphone Befehle, Hundepfeife oder Leinenzwang, diese Welt mal mit ihren Nasen-Augen zu betrachten. Kompetenz im Jagdbereich ist gefragt!
Manfred Hardtke, Ausbilder, im Mai 2006
„Unsere Hunde kommen heute“
von Barbara Fleck, Leiterin des DRK Altenpflegeheimes Pieschen (im April 2006)
Erwartungsvoll sitzen die Bewohner im Fernsehraum. Welche Hunde werden denn heute zu uns kommen? Der zwei-monatliche Besuch der Hunde ist ein ganz besonderes Erlebnis. Die Tiere begegnen des Bewohnern neugierig, unvoreingenommen und wecken viele Erinnerungen an eigene Haustiere.
Dann ist es endlich soweit, die „Profis“ des Dresdner Hundevereins „Wilder Mann“ e.V. kommen und natürlich haben sie ihre Herrchen und Frauchen mitgebracht – zum Fotografieren und für Leckerlis. Die Gesichter der Bewohner hellen sich auf, Streicheleinheiten für die Hunde, ganz mutige Bewohner halten auch mal ein Leckerli in ihrer Hand. Sacht streichelt eine alte Dame über das weiche Fell des Neufundländers: „Du bist aber groß und so lieb!“ Und wenn die kleinen Beagles durch die Gegend stürmen, ist das Gelächter und die Freude groß.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der regelmäßige Kontakt zu den Tieren eine Verbesserung der Lebensqualität für unsere Bewohner darstellt. Selbst sehr stille und wortkarge Bewohner werden durch den Kontakt mit Tieren zu Gesprächen angeregt und ein Lächeln aus einem sonst ernsten und verschlossenem Gesicht ist für uns der schönste Lohn. Manche finden auch in Tieren einen guten, stummen Zuhörer und oft tauchen dann Erinnerungen aus der Vergangenheit auf.
Wir sind dem Verein Hundefreunde Dresden - Wilder Mann e.V. sehr dankbar, dass sie uns einen Teil Ihrer Freizeit opfern und so der regelmäßige Kontakt zu Tieren ermöglicht wird. Längst ist es auch schon wissenschaftlicherwiesen, dass Tiere heilen und gesund machen – eben therapeutische Helfer auf sanften und sehr geduldigen Pfoten sind.
Zur Homepage des DRK-Pflegeheim Pieschen
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